Die felsige Küste und das klare Wasser der Brijuni-Inseln.

Istrien • 5 Min. Lesezeit

Nationalpark Brijuni: Anreise, Besuch und Sehenswertes

Das Journal / Istrien

Ein Archipel vor Fažana, auf dem römische Villen, österreichisch-ungarische Hotels, Titos Sommerresidenz und ein Safaripark dieselben pinienbeschatteten Inseln teilen.

Vom Hafen in Fažana (Fasana) aus wirken die Brijuni-Inseln wie ein flacher grüner Streifen auf dem Wasser. Die Überfahrt ist kurz, doch wer an Land geht, betritt eine andere Welt: gepflegte Rasenflächen, Alleen aus Schirmpinien, Hirsche, die unter den Bäumen grasen, und Gebäude aus fast jedem Kapitel der istrischen Geschichte. Brijuni, auch Brioni genannt, ist einer der Nationalparks Kroatiens und einer der ungewöhnlichsten Orte an der Adria.

Was ist Brijuni?

Brijuni ist ein Archipel aus vierzehn Inseln und Inselchen vor der Südwestküste Istriens, knapp nördlich von Pula (Pola). Die beiden größten sind Veli Brijun und Mali Brijun. Die gesamte Gruppe wurde 1983 zum Nationalpark erklärt, der sowohl das Land als auch das umliegende Meer schützt. Besuche organisiert der Park selbst, und die meisten Inseln sind für die Öffentlichkeit gesperrt, was viel dazu beiträgt, dass sie ihre Ruhe bewahrt haben.

Eine kurze Geschichte in Schichten

Auf Brijuni leben seit prähistorischer Zeit Menschen. Die Römer errichteten hier luxuriöse Villen am Meer, und die Reste eines großen Villenkomplexes in der Bucht Verige auf Veli Brijun zählen zu den bedeutendsten römischen Fundstätten an der östlichen Adria. In der Spätantike und der byzantinischen Zeit entstand auf der Westseite der Insel eine befestigte Siedlung, das Castrum. Später folgten die venezianische Herrschaft, der Abbau des feinen Kalksteins der Inseln und ein langer, von Malaria gezeichneter Niedergang.

Reste der römischen Villa in der Bucht Verige auf Veli Brijun.
Reste der römischen Villa in der Bucht Verige auf Veli Brijun.

Die moderne Geschichte beginnt 1893, als der österreichische Industrielle Paul Kupelwieser die Inseln kaufte. Mit Hilfe des Arztes Robert Koch wurde die Malaria ausgerottet, und Brijuni verwandelte sich in einen eleganten Kurort mit Hotels, Parks, Hafen und Sportanlagen, Anfang des 20. Jahrhunderts beliebt bei Aristokratie und wohlhabenden Gästen aus Mitteleuropa.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Inseln zur Sommerresidenz von Josip Broz Tito, dem Staatschef Jugoslawiens. Über drei Jahrzehnte lang blieb Brijuni gewöhnlichen Besuchern verschlossen und empfing Staatsmänner, Königshäuser und Filmstars aus aller Welt. Viele der exotischen Tiere auf den Inseln stammen von Geschenken ausländischer Staatsgäste ab. Nach Titos Tod wurden die Inseln für die Öffentlichkeit geöffnet und als Nationalpark unter Schutz gestellt.

Römische Villen, ein österreichischer Kurort und eine Sommerresidenz des 20. Jahrhunderts, alle unter denselben Pinien.

Sehenswertes auf Veli Brijun

Die meisten Besuche konzentrieren sich auf Veli Brijun, die größte Insel. Die übliche Führung verbindet meist eine Fahrt mit einer kleinen Touristenbahn mit Halten an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Zu den Höhepunkten gehören:

  • Der Safaripark. Ein großes Gehege mit Tieren aus fernen Ländern, viele davon Nachkommen diplomatischer Geschenke.
  • Die römische Villa in Verige. Fundamente, Terrassen und Mosaiken einer Villa am Meer, rund um eine geschützte Bucht verteilt.
  • Das byzantinische Castrum. Reste einer befestigten Siedlung aus Spätantike und frühem Mittelalter.
  • Die Kirche St. Germanus. Eine kleine gotische Kirche mit Ausstellungen zur mittelalterlichen Wandmalerei und zu glagolitischen Inschriften in Istrien.
  • Die Tito-Ausstellung. Fotografien und Objekte aus den Jahren, in denen die Inseln eine politische Bühne waren.
  • Der uralte Olivenbaum. Ein knorriger Olivenbaum, der weit über tausend Jahre alt sein soll und noch immer Früchte trägt.
  • Dinosaurierspuren. Fossile Fährten, die an Teilen der Küste im Fels erhalten sind.
Eine Allee hoher Schirmpinien auf Veli Brijun.
Eine Allee hoher Schirmpinien auf Veli Brijun.

Natur auf den Inseln

Abseits der Geschichte ist Brijuni schlicht schön. Auf den Inseln mischen sich mediterrane Steineichenwälder mit offenen Parklandschaften aus der Zeit Kupelwiesers, sodass wilde Küste und weite grüne Rasenflächen nebeneinanderliegen. Hirsche, Mufflons und viele Vogelarten leben hier, und das Meer rund um die Inseln ist geschützt, mit klarem Wasser und felsigen Buchten. Am schönsten genießen Sie das zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Uferwegen, sobald der geführte Teil des Besuchs vorbei ist.

Anreise nach Brijuni

Ausgangspunkt ist in der Regel Fažana, ein kleiner Fischerort nördlich von Pula, wo der Nationalpark sein Büro hat und seine Boote im Hafen ablegen. Die Überfahrt ist kurz. Besuche werden über den Park gebucht, und im Sommer empfiehlt sich eine Reservierung. Auch private Ausflugsboote aus Fažana, Pula und anderen Orten fahren rund um den Archipel, doch das Anlanden auf den Inseln ist geregelt; prüfen Sie also vor der Buchung, was ein Ausflug beinhaltet.

Gut zu wissen

  • Buchung. Reservieren Sie Ihren Besuch in der Hochsaison vorab beim Nationalpark; Zeiten und Preise legt der Park fest.
  • Zeitbedarf. Die Führung dauert einen Teil des Tages; planen Sie zusätzliche Zeit ein, wenn Sie danach auf eigene Faust spazieren oder Rad fahren möchten.
  • Unterwegs auf der Insel. Auf Veli Brijun können je nach Verfügbarkeit Fahrräder und Elektrowagen gemietet werden.
  • Was Sie mitnehmen sollten. Sonnenschutz, Wasser und bequeme Schuhe. Schatten gibt es reichlich, doch Sommertage sind heiß.
  • Regeln beachten. Es ist ein Schutzgebiet: Bleiben Sie auf den Wegen, füttern Sie die Tiere nicht und folgen Sie den Anweisungen der Führer.
  • Sommerabende. Eine alte österreichisch-ungarische Festung auf Mali Brijun dient im Sommer als Freilichtbühne; achten Sie auf das Programm der Saison.

Wann reisen?

Frühling und Frühherbst sind ideal: weiches Licht, grüne Inseln und weniger volle Boote. Der Sommer bringt lange Tage und warmes Meer, aber auch die meisten Besucher; buchen Sie also früh und wählen Sie nach Möglichkeit eine Abfahrt am Vormittag. Zu jeder Jahreszeit lässt sich Brijuni mit einem Abend in Fažana verbinden, mit einem Teller Sardinen an der Uferpromenade und einem Spaziergang am Wasser, während sich die Inseln im Sonnenuntergang dunkel abzeichnen. Weitere Ideen für die Gegend finden Sie in unserem Beitrag über Pula jenseits der Arena.

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