In Istrien spielt sich das Sommerleben draußen ab. Eine gut platzierte Außenküche aus den richtigen Materialien macht die Terrasse zum Herzen des Hauses.
Einige Monate im Jahr werden viele Häuser in Istrien gewissermaßen rückwärts bewohnt. Die Küche drinnen wird zur Vorratskammer, gekocht wird auf der Terrasse: Fisch auf dem Grill, Paprika, die über der Glut schwarz werden, ein Topf Pasta, den jemand hinaus- und wieder hineintragen muss. Eine Außenküche erspart dieses Hin und Her. Gut gemacht, wird sie zudem zum Treffpunkt der Gäste – denn man landet immer dort, wo gekocht wird.
Schlecht gemacht, ist sie ein Grill in der falschen Ecke, eine Arbeitsplatte, die im ersten Winter reißt, und Schränke, die so aufquellen, dass sie nicht mehr aufgehen. Den Unterschied machen ein paar frühe Entscheidungen.
Wo sollte eine Außenküche stehen?
Nah am Haus, aber nicht unter den Schlafzimmerfenstern. Ein kurzer, ebener Weg zur Küche drinnen erspart unzählige Gänge für Teller, Öl und Eis. Denken Sie an den Wind: In Istrien weht die Bora aus Nordosten und der Jugo aus Südosten, und der Rauch des Grills sollte vom Tisch weggetragen werden, nicht quer darüber. Denken Sie auch an die Sonne. Wer im Juli um sieben Uhr abends nach Westen blickend kocht, hat wenig Freude daran. Idealerweise steht die Küche unter einem Dach oder einer Pergola, der Esstisch ein paar Schritte entfernt im Freien oder unter leichtem Schatten.
Was braucht eine Außenküche?
Weniger, als man denkt. Den Kern bilden eine Wärmequelle, eine Spüle, eine Arbeitsplatte und eine Abstellfläche. Alles andere ist Kür.
- Ein Grill. Holzkohle oder Holz für den Geschmack, Gas für die Schnelligkeit. Viele istrische Häuser haben einen traditionellen gemauerten Grill; er lässt sich oft erhalten und erweitern.
- Eine Spüle mit fließendem Wasser. Das Element, dessen Fehlen Eigentümer am häufigsten bereuen. Sie braucht einen Zulauf und einen ordentlichen Abfluss – planen Sie sie früh mit dem Installateur.
- Arbeitsfläche auf beiden Seiten des Grills. Eine Seite für Rohes, eine für Gegartes.
- Strom. Außensteckdosen für Kühlschrank, Licht und Kleingeräte, installiert von einem Elektriker.
- Geschlossener Stauraum. Für Zangen, Bretter, Holzkohle und Kissen, damit die Küche ruhig wirkt, wenn niemand kocht.
- Optionale Extras. Ein Holzbackofen, ein kleiner Kühlschrank, ein Seitenbrenner für Töpfe. Nur dann, wenn Sie sie wirklich nutzen.

Materialien, die Sonne, Salz und Winter überstehen
Eine Außenküche erlebt kräftige Sonne, salzige Luft in Meeresnähe, plötzliche Unwetter und im Landesinneren gelegentlich Frost. Naturstein ist die klassische Wahl für Unterbau und Arbeitsplatte, und heimischer Stein fügt sich selbstverständlich in ein istrisches Haus. Wählen Sie einen dichten Stein und fragen Sie nach der Imprägnierung, denn Öl und Wein hinterlassen auf porösen Flächen Flecken. Hochwertiger Edelstahl ist praktisch und leicht zu reinigen. Beton und Fliesen funktionieren beide, wenn sie wasser- und frostgerecht ausgeführt sind.
An Fronten und Korpussen scheitern die meisten Außenküchen. Gewöhnliche Spanplatte hat draußen nichts verloren: Erreicht Wasser eine Kante, quillt sie auf und erholt sich nicht mehr. Unter einem Dach sind Schreinerarbeiten aus Multiplex für den Außenbereich, mit versiegelten Kanten und passender Oberfläche, weit langlebiger. Unser Leitfaden zu Materialien, die mit Meersalz und Sonne leben stellt die Möglichkeiten ausführlicher vor.
Die Spüle ist das Element, dessen Fehlen Eigentümer am häufigsten bereuen.
Anordnung: das Arbeitsdreieck im Freien
Das Prinzip des Arbeitsdreiecks zwischen Kochen, Spülen und Vorrat gilt auch draußen, nur etwas gestreckt. Eine gerade Zeile an der Wand ist die einfachste Lösung und passt zu den meisten Terrassen. Eine L-Form bietet mehr Arbeitsfläche und lässt den Koch zu den Gästen blicken. Eine freistehende Insel funktioniert auf großen Terrassen, braucht aber Leitungen, die durch den Boden geführt werden – während einer Sanierung leichter zu planen als danach. Welche Form auch immer: Lassen Sie hinter dem Koch genug Platz, damit jemand mit einem Tablett vorbeikommt.
Licht für lange Abende
Draußen gekocht wird meist in der Dämmerung. Sie brauchen gutes Arbeitslicht über Grill und Arbeitsplatte und weicheres Licht am Tisch. Warme, tief angebrachte und abgeschirmte Leuchten halten Insekten von den Gesichtern fern und blenden nicht über die Terrasse. Planen Sie die Stromkreise so, dass das Küchenlicht aus sein kann, während der Tisch beleuchtet bleibt. Weitere Ideen finden Sie in unserem Beitrag über Terrassenbeleuchtung.
Wo gegessen wird
Die Küche ist nur die halbe Geschichte. Der Tisch sollte nah genug stehen, dass der Koch am Gespräch teilhat, aber weit genug, dass Rauch und Hitze fernbleiben. Planen Sie großzügig Platz zum Zurückschieben der Stühle ein. Wählen Sie Gartenmöbel, die bei einem langen Abendessen bequem sind und nicht nur auf dem Foto gut aussehen, und die sich am Saisonende draußen lassen oder leicht verstauen lassen.

Genehmigungen und Praktisches
Eine gemauerte Küche mit Überdachung, neuen Wasser- oder Stromleitungen kann je nach Größe und den Vorschriften für Ihr Grundstück eine Genehmigung erfordern. Fragen Sie Ihren Architekten, bevor Sie etwas Dauerhaftes bauen, und beauftragen Sie für Gas, Wasser und Strom qualifizierte Fachbetriebe. Es lohnt sich außerdem, die örtlichen Regeln zu offenem Feuer in der Trockenzeit zu prüfen.
Im Einklang mit dem ganzen Haus gestalten
Die besten Außenküchen wirken, als gehörten sie zum Haus: derselbe Stein, dieselben Farben, ein Esstisch, der den drinnen aufgreift. Lampisa, unser Partneratelier, kann Stauraum, Ess- und Loungemöbel für draußen gemeinsam mit dem Interieur entwerfen – ausgehend von Ihrem Moodboard und mit der ganzen Terrasse im 3D-Render, bevor irgendetwas gefertigt wird. Lesen Sie mehr über das Leben draußen und lange Abende, oder sehen Sie, wie der Service vom Moodboard zum Render funktioniert.


