Ein weißer Schotterweg durch niedrige Macchia am Kap Kamenjak, dahinter das Meer.

Meer & Strände • 6 Min. Lesezeit

Kap Kamenjak und Premantura: die wilden Strände im Süden Istriens

Das Journal / Meer & Strände

Ganz an der Spitze der Halbinsel: weißer Fels, niedrige Macchia und Dutzende Buchten. Wie Sie Kamenjak besuchen, wo Sie baden und was Sie mitnehmen sollten.

Istrien endet in einem langen, flachen Finger aus Stein, der nach Süden in die Adria zeigt. Das ist Kamenjak, ein geschütztes Landschaftsgebiet gleich hinter dem Dorf Premantura (Promontore), und für viele, die die Halbinsel gut kennen, der schönste Küstenabschnitt Istriens. Es gibt hier keine Hotels, keine Promenaden und kaum Schatten. Stattdessen gibt es offenen Himmel, den Duft wilder Kräuter und eine Bucht nach der anderen, jede mit Wasser so klar, dass man von der Klippe aus die Steine am Grund erkennt.

Was ist Kamenjak?

Donji Kamenjak, wie es mit vollem Namen heißt, ist die südlichste Spitze der istrischen Halbinsel. Es steht gemeinsam mit dem nahen Archipel von Medulin (Medolino) unter Schutz und wird von einer öffentlichen Einrichtung verwaltet. Die Landschaft ist flach und felsig, bedeckt mit Macchia, Wacholder und vereinzelten Kiefern, die Küste zerschnitten in kleine Buchten, Landspitzen und flache Kalksteinplatten. Im Frühling ist das Kap für seine Wildblumen bekannt, darunter zahlreiche Orchideenarten, und Botaniker kommen aus demselben Grund hierher wie die Badegäste im August: Man hat diesen Ort weitgehend sich selbst überlassen.

Statt richtiger Straßen durchzieht das Kap ein Netz unbefestigter Wege. In der Saison kann man mit dem Auto hineinfahren, radeln oder zu Fuß gehen, und je weiter man nach Süden kommt, desto ruhiger wird es.

Der Leuchtturm Porer auf seiner kleinen Insel, von den Felsen des Kaps aus gesehen.
Der Leuchtturm Porer auf seiner kleinen Insel, von den Felsen des Kaps aus gesehen.

Premantura, das Tor zum Kap

Premantura ist ein kleines Dorf, eine kurze Fahrt südlich von Pula (Pola) und Medulin, und die letzte Siedlung vor dem Schutzgebiet. Wer früh am Morgen auf dem Kap sein möchte, wohnt hier praktisch: ein paar Läden, ein, zwei Bäckereien, Zimmer und Apartments, und im Sommer sehr viele Fahrräder. Hinter dem Dorf führt die Straße zum Eingang von Kamenjak, wo in der Hauptsaison eine Zufahrtskontrolle für Autos und Roller eingerichtet ist. Gebühren und Öffnungsregeln ändern sich von Jahr zu Jahr; informieren Sie sich daher vor dem Besuch über die aktuellen Bestimmungen, statt sich auf ältere Angaben zu verlassen.

Die schönsten Buchten und was jede besonders macht

Auf Kamenjak gibt es nicht den einen Strand, und genau darum geht es. Die Westseite des Kaps ist meist ruhiger und eignet sich mit flachen Felsplatten und kleinen Kiesbuchten besser zum Baden mit Kindern. Die Südspitze ist wilder, stärker dem offenen Meer und der Strömung ausgesetzt, mit höheren Felsen und tiefem Wasser direkt am Ufer. Auf der Ostseite blickt die Küste zur Kvarner-Bucht, an klaren Tagen bis hinüber zu den Inseln.

  • Die Buchten im Westen. Sanfte Einstiege, flache Felsen zum Liegen und bei ruhigem Wetter die beste Wahl für Familien und zum Schnorcheln.
  • Die Klippen an der Südspitze. Der bekannte Ort für Klippenspringer, nahe einer Meereshöhle. Springen Sie nur dort, wo Sie die Wassertiefe klar erkennen, und niemals allein.
  • Blick auf Porer. Der Leuchtturm auf dem Inselchen Porer liegt direkt vor dem Ende des Kaps und gehört zu den meistfotografierten Motiven Südistriens.
  • Mala und Vela Kolumbarica. Die Buchten nahe der Spitze, spektakulär, wenn der Wind die Wellen gegen die Steinplatten treibt.

Auf Kamenjak gibt es nicht den einen Strand, und genau darum geht es.

Dinosaurier, Bunker und ein Leuchtturm

Kamenjak ist mehr als ein Badeplatz. Im Kalkstein Südistriens hat man versteinerte Dinosaurierspuren gefunden, und auf dem Kap weisen Schilder auf sie und die Geschichten um sie hin. In der Macchia verstreut liegen alte Militärstellungen und kleine Bunker, Erinnerungen daran, dass diese exponierte Landspitze einst genau beobachtet wurde. Und dann ist da Porer, ein einzelner Leuchtturm auf einem winzigen Eiland, der dem Horizont bei Sonnenuntergang seinen Fixpunkt gibt.

Blühender gelber Ginster über dem Meer auf Kamenjak im Frühsommer.
Blühender gelber Ginster über dem Meer auf Kamenjak im Frühsommer.

Die beste Reisezeit

Juli und August sind die vollsten Monate, und an heißen Nachmittagen füllen sich die am leichtesten erreichbaren Buchten. Kommen Sie früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn das Licht weicher wird und die Tagesgäste aufbrechen. Für die meisten sind Juni und September die besten Monate: Das Meer ist warm, die Wege sind ruhiger, und die Hitze ist in einer Landschaft mit so wenig Schatten leichter zu ertragen. Im Frühling ist das Kap am grünsten und voller Blüten, ein wunderbarer Ort zum Wandern, lange bevor das Wasser warm genug zum Baden ist.

Achten Sie auf den Wind. Wenn Bora oder Jugo wehen, kann es an der Südspitze rau werden, und selbst geübte Schwimmer sollten dann in den geschützten Buchten bleiben. Die Strömungen um die Landspitze können stärker sein, als sie vom Ufer aus wirken.

Gut zu wissen vor dem Besuch

  • Schatten. Es gibt kaum welchen. Nehmen Sie einen Sonnenschirm mit oder kommen Sie früh genug, um sich einen Platz unter den Kiefern zu sichern.
  • Wasser. Nehmen Sie mehr mit, als Sie zu brauchen glauben. Versorgungsmöglichkeiten auf dem Kap sind rar und nur saisonal geöffnet.
  • Schuhe. Die Wege sind holprig, das Ufer besteht aus Fels und Kies. Sandalen mit fester Sohle und Badeschuhe für das Meer.
  • Wege. Die Straßen sind unbefestigt und staubig. Fahren Sie langsam und rechnen Sie hinter jeder Kurve mit Radfahrern und Fußgängern.
  • Natur. Es ist ein geschütztes Landschaftsgebiet. Bleiben Sie auf den vorhandenen Wegen, nehmen Sie Ihren Abfall mit und pflücken Sie keine Blumen.
  • Feuer. Der Sommer ist trocken, die Vegetation brennt leicht. Kein offenes Feuer, kein Grillen, und Vorsicht mit Zigaretten.

Wie Kamenjak in einen Aufenthalt im Süden Istriens passt

Kamenjak lässt sich gut mit dem übrigen Süden verbinden. Verbringen Sie den Vormittag auf dem Kap, essen Sie in Premantura oder Medulin zu Mittag und fahren Sie abends nach Pula zur Arena und in die Altstadt; unser Beitrag Pula jenseits der Arena hat Ideen für diesen Teil des Tages. Wer das Kap mit der übrigen Küste vergleichen möchte, findet in den schönsten Stränden Istriens eine Runde um die Halbinsel von Savudrija bis Rabac.

Und wer das Glück hat, ein Haus im Süden zu besitzen, für den ist Kamenjak der Grund, Kühlbox, Klappstuhl und Badeschuhe dauerhaft neben der Tür stehen zu lassen. Die besten Tage hier sind die ungeplanten: eine Stunde auf den Felsen vor dem Frühstück oder ein letztes Bad, wenn die Sonne hinter Porer versinkt.

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