Eine ruhige Bucht unter Kiefern in Stoja, am Rand von Pula.

Meer & Strände • 6 Min. Lesezeit

Die schönsten Strände Istriens: ein Führer entlang der Küste

Das Journal / Meer & Strände

Felsplatten, Kiesbuchten, Kiefernschatten und hier und da ein Stück Sand. Wo Sie in Istrien baden, von Savudrija im Norden bis Rabac im Osten.

Wer in Istrien lange Sandstrände erwartet, wird überrascht sein. Die Küste besteht aus Kalkstein, und meist trifft sie als flache Felsplatte, kleine Kiesbucht oder betonierte Badeterrasse auf das Meer. Dafür bekommt man Wasser von bemerkenswerter Klarheit, Kiefernwälder, die bis ans Ufer reichen, und selbst im August die Chance auf ein eigenes Eckchen. Dieser Führer umrundet die Halbinsel von Norden nach Süden und folgt dann der Ostküste hinauf, mit den Orten, die man auf jedem Abschnitt kennen sollte.

Wie sind die Strände in Istrien?

Rechnen Sie mit drei Arten von Ufer. Die erste ist natürlicher Fels: glatte Platten und Absätze, manchmal mit Leitern ins Wasser, ideal zum Schnorcheln. Die zweite ist Kies, von feinem Splitt bis zu faustgroßen Steinen, meist in kleinen Buchten. Die dritte ist der Stadtstrand, oft eine Mischung aus Fels, Kies und gepflasterten Terrassen, mit Duschen, Cafés und Liegen. Echten Sand gibt es selten. Viele istrische Strände tragen die Blaue Flagge für Wasserqualität und Service, und das Meer ist im Allgemeinen sehr sauber, doch der Grund ist fast überall felsig. Badeschuhe machen daher einen echten Unterschied, besonders für Kinder.

Der Norden: Savudrija und Umag

Die Nordwestecke Istriens ist flach und grün, mit langen Felsküsten zwischen Savudrija (Salvore) und Umag (Umago). Savudrija mit seinem alten Leuchtturm hat ruhige Naturufer und eine entspannte, eher private Atmosphäre. Rund um Umag säumen Campingplätze und Hotelstrände die Küste, viele davon gut ausgestattet und flach, was sie für Familien bequem macht. Das Wasser ist hier oft ruhig, und die Sonnenuntergänge, direkt nach Westen hinaus, gehören zu den schönsten Istriens.

Novigrad, Poreč und die Lagunen

Novigrad (Cittanova) hat einen angenehmen Stadtstrand und Uferwege in beide Richtungen. Südlich von Poreč (Parenzo) ist der Küstenstreifen von Plava Laguna und Zelena Laguna, der Blauen und der Grünen Lagune, eines der am stärksten erschlossenen Badegebiete Istriens: eine lange Folge von Buchten, Kiefernschatten und Hotelanlagen. In der Hochsaison ist es voll, aber sehr praktisch, mit allem in Gehweite. Wer es ruhiger mag, sucht die kleineren Buchten zwischen den großen Stränden oder schwimmt früh am Morgen.

Vrsar und die Mündung des Limski kanal

Vrsar (Orsera) liegt auf einem Hügel über einem kleinen Hafen, mit verstreuten Inselchen vor der Küste und Felsufern zu beiden Seiten des Ortes. Ein guter Standort für alle, die natürlichen Fels organisierten Stränden vorziehen. Gleich südlich von Vrsar öffnet sich der Limski kanal, die lange, steilwandige Meeresbucht, die man besser mit dem Boot erkundet als zum Baden nutzt.

Flache Felsen und klares Wasser an der Küste bei Vrsar.
Flache Felsen und klares Wasser an der Küste bei Vrsar.

Rovinj und das Goldene Kap

Rovinj (Rovigno) hat die schönste städtische Kulisse aller Badegebiete Istriens. Südlich der Altstadt erstreckt sich der Waldpark Zlatni rt, das Goldene Kap, mit Wegen unter hohen Kiefern und Zedern am Meer entlang; seine Buchten reichen von organisierten Stränden nahe den Hotels bis zu stillen Felsen ein Stück weiter. Nördlich der Stadt und auf den Inseln Sveta Katarina und Crveni otok gibt es weitere Badeplätze, die man mit kurzen Bootsfahrten erreicht. Dazu haben wir einen eigenen Führer: Rovinjs Strände und das Goldene Kap.

Fažana und Pula

Fažana (Fasana), das Fischerdorf gegenüber den Brijuni-Inseln, hat kleine Kiesstrände und eine lange Promenade, mit den Inseln am Horizont. Pula (Pola) selbst ist auf drei Seiten von Wasser umgeben, und seine Halbinseln Stoja, Verudela und Punta Verudela sind voller Felsbuchten unter Kiefern. Sie gehören zu den besten städtischen Badeplätzen Kroatiens: Vom römischen Amphitheater bis zu einem stillen Felsen ist man schneller, als man in vielen Ferienorten einen Parkplatz findet.

Dafür bekommt man Wasser von bemerkenswerter Klarheit und Kiefernwälder, die bis ans Ufer reichen.

Medulin, Premantura und Kamenjak

Medulin (Medolino) ist einer der wenigen Orte Istriens mit langen, flachen, teils sandigen Stränden und deshalb bei Familien mit kleinen Kindern besonders beliebt. Am bekanntesten ist Bijeca. Weiter südlich, hinter Premantura, liegt das geschützte Kap Kamenjak, der wildeste Küstenabschnitt der Halbinsel, mit Dutzenden Buchten, Klippen und ganz ohne Bebauung. Es verdient einen eigenen Tag; lesen Sie dazu unseren Führer Kap Kamenjak und Premantura.

Die Ostküste: Rabac und weiter

Die Ostküste Istriens blickt auf die Kvarner-Bucht und ihre Inseln, dahinter erhebt sich das Učka-Gebirge. Die Küste ist steiler, der Blick weiter. Rabac (Porto Albona) unterhalb des Hügelstädtchens Labin (Albona) hat Kiesstrände vor Kiefernwäldern, am bekanntesten Girandella und die umliegenden Buchten. Das Licht ist hier anders: Dies ist eine Küste für den Morgen, wenn die Sonne über den Inseln aufgeht.

Sonnenschirme über dem Wasser am Strand Girandella in Rabac, dahinter die Kvarner-Bucht.
Sonnenschirme über dem Wasser am Strand Girandella in Rabac, dahinter die Kvarner-Bucht.

Welcher Strand für wen?

  • Familien mit kleinen Kindern. Medulin, die Hotelstrände rund um Umag und Poreč und die organisierten Strände bei Rovinj. Achten Sie auf flache, sanft abfallende Einstiege.
  • Schnorcheln. Natürliche Felsufer: Kamenjak, die Halbinseln von Pula, Vrsar und die Buchten des Goldenen Kaps.
  • Ruhe und Natur. Kamenjak, Savudrija und die kleineren Buchten zwischen den großen Hotelstränden, früh am Morgen oder spät am Tag.
  • Strand mit Stadt. Rovinj, Pula und Novigrad, wo Sie morgens baden und mittags in die Altstadt spazieren.
  • Sonnenaufgang statt Sonnenuntergang. Rabac und die Ostküste.

Gut zu wissen

  • Badeschuhe. Felsiger Grund und der eine oder andere Seeigel machen sie zu einem lohnenden Gepäckstück.
  • Schatten. Kiefernwälder spenden an weiten Teilen der Westküste natürlichen Schatten, aber nicht überall. Auf Kamenjak gibt es kaum welchen.
  • Parken. Beliebte Strände sind im Juli und August früh voll. Mit dem Fahrrad erreicht man die Buchten oft am einfachsten.
  • Wind. Bora und Jugo können das Meer innerhalb weniger Stunden verändern. Wählen Sie an windigen Tagen die geschützte Seite der Halbinsel.
  • Saison. Juni und September sind ideal: warmes Meer, weniger Menschen.

Der schönste Strand Istriens ist oft der, von dem Ihnen niemand erzählt: ein Felsen mit Leiter unterhalb eines Kiefernwaldes, erreichbar über einen Pfad, der scheinbar nirgendwohin führt. Beginnen Sie mit den Orten oben und folgen Sie dann den Pfaden.

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